Emmi Pikler – Ute Strub

Emmi Pikler (1902-1984)

Die Idee des EntfaltungsSpielRaums ist inspiriert von der Arbeit der Kinderärztin Emmi Pikler, den Pädagoginnen Elfriede Hengstenberg und Rebeca Wild sowie dem Gehirnforscher Gerald Hüther.

Die Kinderärztin Emmi Pikler beschäftigte sich intensiv damit was ein Kind braucht um sich bestmöglich zu entwickeln.

Folgende Aspekte sind dabei wesentlich

  • Pflege, die als behutsame körperliche Versorgung und als Kommunikation mit dem Kind geschieht und immer darauf  achtet, dass sich das Kind, seinen Fähigkeiten entsprechend beteiligen kann.
  • autonome Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und nach eigenem Rhythmus macht, ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen
  • Spiel, das frei und ungestört in einer geschützten, altersgemäß ausgestatteten Umgebung stattfindet.   

Den größten Teil seiner sozialen Erfahrungen macht ein Baby, während es gefüttert, gebadet, gewickelt sowie an- und ausgezogen wird. Deswegen ist der liebe- und respektvolle Umgang mit dem Baby von größter Wichtigkeit für die Beziehung. 

Die Grundsätze der Pikler-Pädagogik lassen sich auch Zuhause einfach umsetzen  

  • Sprechen Sie bei allem, was Sie tun, mit Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, was als Nächstes kommt, und zeigen Sie ihm jeden Gegenstand, den Sie verwenden (z. B. Haarbürste, Waschlappen), sowie jedes Kleidungsstück (z. B.: „Schau, hier ist dein Jäckchen, und das möchte ich dir jetzt anziehen“). Sehen Sie Ihr Baby an, während Sie mit ihm sprechen.
  • Warten Sie, bis Ihr Baby bereit ist mitzumachen. Schon wenige Wochen alte Babys sind zu kooperativem Verhalten fähig; sie zeigen dies mit Blicken, Gesten und Bewegungen. 
  • Lassen Sie sich Zeit, und seien Sie voll bei der Sache. Als Eltern neigen wir manchmal dazu, Tätigkeiten wie Wickeln oder An- und Ausziehen als mehr oder minder „lästige Pflicht“ so schnell wie möglich zu erledigen, um dann wieder Zeit für das „Eigentliche“, das Spielen mit unserem Kind, zu haben. Vermeiden Sie bei der Babypflege alle Eile und Hektik. Ihr Baby darf und soll sich als Mittelpunkt der Welt erleben, wenn es gefüttert, gewickelt oder gebadet wird. Wenn Ihr Kind zu diesen Zeiten Ihre ungeteilte liebevolle Aufmerksamkeit bekommt, ist es danach “gesättigt” und kann wieder gut für sich sein und der Erwachsene kann seinen Tätigkeiten nachgehen. 
  • Schaffen Sie eine sichere Umgebung in der sich ihr Kind frei und autonom entfalten kann. Das freie und selbst gewählte Spiel ist für eine gesunde Entwicklung von großer Bedeutung.      

Weitere Informationen: Workshop Achtsam von Anfang an – Die ersten Monate mit meinem Baby und Emmi Pikler Informationstreffen.   

Ute Strub und die Entstehung des Spielraumes nach Emmi Pikler

Ute Strub (geb. 1933) eine Krankengymnastin und Schülerin der Bewegungspädagogin Elfriede Hengstenberg hat Emmi Pikler kennen und schätzen gelernt. Besonders fasziniert hat sie die Aufrichtung und Selbstsicherheit in der Bewegung, der Kinder die nach den Emmi Pikler Grundsätzen aufwachsen dürfen.

Ute wollte die Ansätze der Pikler Pädagogik, insbesondere die freie Bewegungsentwicklung, auch den Babys und Kleinkindern im deutschsprachigen Raum ermöglichen und hat gemeinsam mit anderen das Konzept des Pikler SpielRaumes entwickelt.

Ihr Wunsch war es allen interessierten Familien diese Erfahrungswerte zu ermöglichen und sie in den  wöchentlichen Treffen und Elternaustauschrunden in ihrem Alltag zu begleiten.

Wir haben Ute während unserer Zeit im Emmi Pikler Haus in Berlin kennengelernt und durften sehr viele  einzigartige und wertvolle  Erfahrungen sammeln, die für uns und unsere Arbeit von großer Bedeutung sind.

Ute Strub hält immer noch Vorträge und Seminare auf der ganzen Welt um die Haltung der Pikler Pädagogik weiter zu geben, auch in Zusammenarbeit mit Barbara Hummer im Spielraum in Droß.